Freiwillige Mehrzahlungen

Im Gegenzug zur Besteuerung der Versorgungsbezüge werden Beiträge zur Altersvorsorge im Rahmen des Sonderausgabenabzugs sukzessive absetzbar. Dadurch ergibt sich eine steuerliche Entlastung in der Ansparphase. 

Durch das „Zollkodexanpassungsgesetz“ sind die entsprechenden Sonderausgabenabzugsbeträge ab 01.01.2015 erhöht worden. Das maximale Abzugsvolumen lag bisher bei 20.000 € (bei Zusammenveranlagung 40.000 €). Nun wurde das maximale Abzugsvolumen an den Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung (West) gekoppelt. Dieser beläuft sich für das Jahr 2020 auf 25.046 €. 

Für das Jahr 2020 können bereits 90 % der im Kalenderjahr geleisteten Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken steuerlich berücksichtigt werden. Die Höchstbeträge liegen damit bei 22.541 € (bei Zusammenveranlagung 45.082 €).

Für Arbeitnehmer wird der Abzugsbetrag dabei um den steuerfreien Arbeitgeberanteil gekürzt. Die nachfolgenden Berechnungsbeispiele für Selbständige und Angestellte verdeutlichen, in welcher Höhe Mitglieder die Beiträge an das Versorgungswerk als Sonderausgaben geltend machen können. In diesen Beispielen werden ausschließlich Beiträge an das Versorgungswerk geleistet.

 

Beispiel 1

Ein 47-jähriger selbständiger, lediger Arzt zahlt im Jahr 2020 den Pflichtbeitrag in Höhe von jährlich 13.000 €. Darüber hinaus nimmt er im Jahr 2020 freiwillige Mehrzahlungen in Höhe von 4.000 € vor.

Ermittlung des Gesamtbeitrages

Pflichtbeitrag

Arbeitgeberbeitrag

Freiwillige Mehrzahlungen

Gesamtbeitrag

 

13.000

          0

  4.000

17.000

Bestimmung geltender Höchstbeitrag

Höchstbeitrag, ledig

 

25.046

Ermittlung des zu berücksichtigenden Beitrags 

Höchstbetrag wird unterschritten, daher ist der geleistete Beitrag anzusetzen

 

17.000

Ermittlung des abzugsfähigen Anteils 

Prozentsatz 2020 = 90 %

abzüglich steuerfreier Arbeitgeberanteil

 

15.300

          0

Beitrag zur Bayerischen Ärzteversorgung, der im Jahr 2020 steuerlich berücksichtigungsfähig ist

15.300

 

Beispiel 2

Eine 43-jährige angestellte, ledige Zahnärztin zahlt im Jahr 2020 einen Pflichtbeitrag in Höhe von jährlich 10.000 €. Der Arbeitgeber beteiligt sich in Höhe von 50 % (=5.000 €) an den Beiträgen. Darüber hinaus leistet die Zahnärztin im Jahr 2020 freiwillige Mehrzahlungen in Höhe von 1.000 €.

Ermittlung des Gesamtbeitrages

Pflichtbeitrag

Arbeitgeberbeitrag

Freiwillige Mehrzahlungen

Gesamtbeitrag

 

    5.000

    5.000

    1.000

  11.000

Bestimmung geltender Höchstbetrag 

Höchstbetrag, ledig

 

25.046

Ermittlung des zu berücksichtigenden Beitrags 

Höchstbetrag wird unterschritten, daher ist der geleistete Beitrag anzusetzen

 

11.000

Ermittlung des abzugsfähigen Anteils 

Prozentsatz 2020 = 90 %

abzüglich steuerfreier Arbeitgeberanteil

 

9.900

5.000

Beitrag zur Bayerischen Ärzteversorgung, der im Jahr 2020 steuerlich berücksichtigungsfähig ist 4.900

Sofern Sie die Möglichkeiten der steuerbegünstigten Altersvorsorge weiter ausschöpfen möchten, empfehlen wir, zunächst freiwillige Mehrzahlungen an die Bayerische Ärzteversorgung zu leisten. Diese erhöhen alle Leistungsansprüche, also das Altersruhegeld, die Berufsunfähigkeitsrente und die Hinterbliebenenversorgung. Die Verrentung erfolgt grundsätzlich in gleichem Maße wie bei Pflichtbeiträgen. Darüber hinaus sind keine Abschlussgebühren und Provisionen zu entrichten. Im Übrigen können freiwillige Mehrzahlungen flexibel an die jeweilige Finanzsituation angepasst werden.

Auch im Hinblick auf die Anlagekriterien Sicherheit und Rentabilität ist das Versorgungswerk eine gute Adresse zum Ausbau der Altersversorgung. Die Anlagestruktur beruht auf gesetzlichen Vorgaben und den daraus resultierenden stringenten Vorschriften der staatlichen Versicherungsaufsicht. Mit einer konservativen und vorausschauenden Anlagestrategie wurde bereits in der Vergangenheit ganz bewusst von riskanten Engagements abgesehen. Die Leistungsfähigkeit des Versorgungswerks zeigt sich nicht zuletzt darin, dass ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine beständige Dynamisierung der Versorgungsleistungen erfolgen konnte.

Die Höhe der für Sie noch möglichen freiwilligen Mehrzahlungen und deren Auswirkungen auf die künftigen Versorgungsleistungen können Sie Ihrem Jahreskontoausweis mit Anwartschaftsmitteilung (unter Nr. 6) entnehmen. Darüber hinaus können sich Mitglieder - nach Registrierung und Anmeldung - in unserem Online-Portal BÄV24  jederzeit von zu Hause aus über ihre zu erwartenden Versorgungsleistungen informieren. So lässt sich transparent nachvollziehen, wie sich freiwillige Mehrzahlungen auf das Ruhegeld auswirken.

Freiwillige Mehrzahlungen können sowohl für das laufende als auch das vorhergehende Jahr geleistet werden. Für eine steuerliche Berücksichtigung muss die Zahlung jedoch bis zum 31.12. des Veranlagungsjahres auf dem Konto der Bayerischen Ärzteversorgung eingegangen sein. Überweisen Sie daher - insbesondere gegen Ende des Jahres - rechtzeitig, um bei bankbedingten Verzögerungen keine Nachteile zu erleiden. Einzahlungen sind unter Angabe der Mitgliedsnummer sowie des Verwendungszweckes („Freiwillige Mehrzahlungen für das Jahr ...") auf eines unserer Konten vorzunehmen. Für regelmäßige Zahlungen können Sie uns gerne auch ein Lastschriftmandat erteilen.