Meldung

15.02.2021

Nutzung von Abwärme aus Rechenzentrum

Energieeffizientes Projekt

Im Frankfurter Stadtteil Gallus wird auf einem 51.000 m² umfassenden ehemaligen Industriegelände der Baukomplex „das klyer“ verwirklicht. Das Projekt wurde für einen Immobilienfonds erworben, an dem die Bayerische Ärzteversorgung (BÄV) sowie die anderen von der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) verwalteten Versorgungseinrichtungen beteiligt sind. Die gut 1.300 Wohnungen, von denen knapp 30 % öffentlich gefördert sind, verteilen sich auf vier Gebäude mit Innenhöfen und zwei weitere Gebäuderiegel. Hinzu kommen drei Kitas, sechs Spielplätze und, an einem zentralen Quartiersplatz, Gastronomie und Einzelhandel. Das Besondere an dieser Investition: Ein Rechenzentrum in unmittelbarer Nachbarschaft liefert künftig den größten Teil der Heizenergie für das Stadtquartier – gewonnen aus der Abwärme von Hochleistungsrechnern.

Die hessische Finanzmetropole hat sich in den vergangenen Jahren zur Rechenzentrums-Hauptstadt Europas entwickelt. Und das nicht ohne Grund: Mit DE-CIX befindet sich hier der - gemessen am Datenfluss - größte Internetknotenpunkt der Welt. Der Rechenzentrumsausbau hat eine enorme wirtschaftliche Bedeutung, birgt als Kehrseite der Medaille allerdings auch erhebliche ökologische Klimabelastungen in sich. Die Rechenzentren in der Kommune verbrauchen mittlerweile mehr Strom als der Frankfurter Flughafen im „Normalbetrieb“. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie wichtig der effiziente Einsatz von Energie ist, damit Digitalisierung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen.

Das integrative Konzept des neuen BVK-Fondsobjekts ist in Frankfurt ein Novum und bietet gute Voraussetzungen für ein qualitätsvolles und zugleich nachhaltiges innerstädtisches Wohnen. Bis zum Jahr 2025 soll das innovative Projekt abgeschlossen sein, die ersten Teilabschnitte können voraussichtlich ab 2023 bezogen werden.